Unsere Kirchen
Im Herzen von Grenzach - vor den Toren Basels
Die evangelische Kirche Grenzach steht leicht erhöht am Hang in der Nähe des Rathauses und prägt den malerisch-historischen Ortskern des Teilorts der südbadischen Kleinstadt Grenzach-Wyhlen. Welch ein Glücksfall, dass das Ensemble aus Kirche, Pfarrhaus, ehemaligen Schulhäusern und Rathaus erhalten ist und so an das einstige Winzerdorf unmittelbar vor den Toren Basels erinnert.
Bereits 1275 wird die Pfarrei zu 'Crenzach' im Abgaberegister zu einem Kreuzzug erwähnt. Zweifellos stand am selben Platz inmitten des „Gottsackers' bereits eine noch ältere Kirche. Eine Urkunde von 1341 erwähnt „das Kilchhus und die Reben dabei, ziehend uf die Talmatt". 1353 wird die Kirche in Grenzach erneut erwähnt - damals gehörte die Kirche auf St. Chrischona als Filialkirche zu ihr. Nicht lange nach dem Konzil von Konstanz (1414 -1418) wurde 1426 mit dem Bau der jetzigen Kirche begonnen und u.a. dem Heiligen Leodegar geweiht. Der eindrückliche gotische Chor, der neben dem Turm die heutige Gesamtanlage der Kirche wesentlich bestimmt, stammt aus dieser Zeit. Im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts wurde das Langhaus wesentlich erweitert, hierbei blieb zumindest die Südwand in ihrer Substanz erhalten. Die Tatsache, dass im Jahre 1481 der Altar geweiht wurde, zeigt das Ende der Bauarbeiten am Chor an.1507/1508 entstand der mächtige Turm. Der mit Netzgewölben geschmückte Chor und der 33 Meter hohe, mit Kaffgesimsen, Eckquaderung und Maßwerken geschmückte sowie mit dem alemannischen Satteldach bedeckte Turm machen das Grenzacher Gotteshaus zu einem der markantesten Kirchenbauten der späten Gotik im Markgräflerland.
Mehrere kunsthistorisch besonders wertvolle Kunstwerke sind noch erhalten und ergänzen in besonderer Weise die Schönheit der Kirche: Ein reich geschmücktes spätgotisches Sakramentshaus mit den Wappen der Stifter Adelberg III. von Bärenfels und Ursula von Schönau, ein barockes Epitaph für Melchior von Bärenfels und seine Gemahlin Margarete von Schauenburg, ein ebenfalls barockes Epitaph für Wilhelm Vitzthum von Eckstätt, ein hochformatiges Leinwandgemälde von 1728 mit der Darstellung der Verkündigung an Maria, ein Holzkruzifix von 1726, von dem auch noch die Wappenkartusche des Stifters vorhanden ist, sowie eine Gedenktafel für die Gefallenen im Krieg 1914 -1918. In der Turmhalle befinden sich außerdem noch zwei Grabplatten, die vom alten Friedhof stammen, der bis 1820 als „Kirchhof' rund um die Kirche angelegt war.
Die letzte umfassende Restaurierung der Kirche erfolgte 1997/1998. Dabei wurde im Langhaus der südliche Teil der Empore abgebaut und die restliche Empore zur Orgelempore umgenutzt. Der gesamte Kirchenraum erhielt einen gediegenen Sandsteinboden und ein neues Gestühl. Durch die Verlegung der neuen Orgel aus dem Chorraum auf die Westempore erhielt der spätgotische Chor mit dem reichen Netzgewölbe seine alte eindrucksvolle Weiträumigkeit zurück. Ein prächtiger Sandsteinbogen zwischen Turm und Schiff konnte freigelegt werden und verleiht dem gesamten Innenraum jetzt eine besondere Atmosphäre. Im Rahmen dieser Renovierung wurde außen ein großes romanisches Tympanon entdeckt. Es zeigt im Bogenfeld ein griechisches Kreuz mit ausgerundeten Ecken. Über dem Querbalken des Kreuzes erscheinen zwei männliche Köpfe mit Bischofsmützen, links neben dem Kreuz sind drei gleich große Ringe in den Sandstein eingraviert. Die Kunsthistoriker bezeichnen diesen Fund als bedeutendstes Ereignis der gesamten Renovierungsarbeiten. Nach der äußeren architektonischen Gestaltung kann dieses Werk in das ausgehende 12. Jahrhundert datiert werden. Die Verzierungen konnten allerdings bis heute nicht genau bestimmt werden.
Zu den besonderen Schätzen der Grenzacher Kirche gehören außerdem ein vergoldeter Abendmahlskelch aus dem 15. Jahrhundert sowie ein zweiter Kelch, der Ende des 18. Jahrhunderts entstand. Trotz aller Kriege - auch des 30-jährigen Krieges - sind die Kirchenbücher lückenlos ab 1599 erhalten. Nach dem Augsburger Religionsfrieden 1556 wurden große Teile Badens evangelisch - Grenzach gehörte zu diesen ersten evangelischen Gemeinden. Seit dieser Zeit ist ein Verzeichnis der jeweils hier amtierenden Pfarrer lückenlos vorhanden. Renovierungen der Kirche sind aus den Jahren 1812, 1835, 1894, 1926 und 1953/1954 bekannt.
Friedenskirche in Wyhlen
Die Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Wyhlen liegt an der Rheinfelder Strasse 25. Nachdem die kleine Diasporagemeinde am Ausgang des 19. Jahrhunderts auf ca. 500 Gemeindeglieder angewachsen war, entschloss man sich zum Bau einer eigenen Kirche. Sie wurde nach einem Entwurf der Kirchenbauinspektion der badischen Kirche im neugotischen Stil erbaut und am 27. Juli 1902 eingeweiht. Schon 1984 erhielt die Kirche eine neue Orgel.
Seit 1952 hat die Kirche wieder ihr volles Geläut, bestehend aus drei Glocken:
- der Christusglocke
- der Lutherglocke
- der Friedensglocke
Am 21. Juli 2002 wurde das 100jährige Kirchenjubiläum festlich begangen. Bei diesem Anlass erhielt unsere Kirche den Namen "Friedenskirche".










